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Die Frittelle des Karnevals !

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Wir befinden uns im Karneval, und in Venedig darf man die unbestrittene Königinder Süßigkeiten nicht verpassen: Die Frittella. Es handelt sich um eine Art vonKrapfen!

Bei einem Spaziergang durch die Stadt können Sie diese typischen Karnevalsgebäcke in den Fenstern von Konditoreien, Bäckereien und Bars sehen. Hübsch, rundlich, etwas abgeflacht, manchmal mit Zucker bestreut und einigen Rosinen, die herausschauen, lassen sie einem wirklich das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Sie wurden zur nationalen Nascherei schlechthin der Repubblica Serenissima erklärt und waren in allen Gebieten von Venetien-Friaul bis nach Mailand zu finden.

In der Vergangenheit war das Frittieren der Krapfen ein echter Beruf, und sie wurden nur und ausschließlich von Fritoleri hergestellt, die im 17. Jahrhundert einen Stand oder Gilde mit 70 Mitgliedern mit jeweils eigenem Bereich gründeten, in dem sie die Kunst der Zubereitung und den Handel mit Frittella, oder „Boccon da poareti e da siori“ ausüben durften – und man konnte der Gilde nur beitreten, wenn der Vater auch schon Fritolero war. Die Mitglieder der Gilde versammelten sich in der Maddalena-Kirche in der Nähe der Cad’Oro. Sie erkannten sich ziemlich leicht durch ihre weiße Schürze und eine Streudose, mit der sie den Zucker über die heißen Krapfen verteilten.

Das Rezept ist recht einfach und stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts und scheint das älteste Rezept der venezianischen Gastronomie zu sein. Es gehört zu einem Dokument, das in Rom in der Casanatense-Bibliothek gefunden wurde. Später, während der Renaissance, wurde das Rezept  überarbeitet, und wir finden Spuren in Bartolomeo Scappis Kochnotizen, heute im Correr Museum in Venedig. Trotz des einfachen Rezepts wurden die Geheimnisse bei der Zubereitung von Vater zu Sohn weitergegeben, und der Historiker Giovanni Marangoni beschreibt ausführlich die Herstellung dieser köstlichen Nascherei: „Gleichzeitig Hersteller und Verkäufer, kneteten sie den Teig aus Mehl auf großen Tischen, den sie dann in Schweineschmalz oder Butter in großen Pfannen frittierten, die von Dreibeinen getragen wurden. Nach Fertigstellung wurden die Krapfen auf verschieden und reichhaltig verzierten Tellern aus Zinn oder Hartzinn angeboten. Um die Qualität des Produkts zu verdeutlichen, wurden auf anderen Tellern die verwendeten Zutaten dargestellt: Pinienkerne, Rosinen, Zitronat“.

Carlo Goldoni spricht sie auch in der Komödie Il Campiello an, in der die Hauptdarstellerin Orsola eine Vekäuferin von Frittelle ist.

Und es lassen sich auch einige Gemälde und Bilder von Krapfenverkäufern finden, wie die Krapfenverkäuferin von Pietro Longhi, die in dem Museum CaRezzonicohängt, wo Sie sehen können, wie sie – frisch zubereitet und immer noch heiß – auf einem Spieß aufgespießt wurden, um sich beim Essen nicht die Finger zu verbrennen.

Heute können wir – zusätzlich zu den venezianischen Krapfen – Varianten mit Sahne, Eierlikör, Schokolade verkosten … kurz gesagt, es ist für jeden Geschmack und Gaumen etwas dabei!

MG

 

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