Die Teufelsbrücken

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Wenn man den in ganz Europa verbreiteten Legenden Glauben schenkt, hat der Teufel sehr fleißig unzählige Brücken gebaut. Und in einer Wasserstadt wie Venedig, wo die Brücken aller Formen und Maßen mehr als 400 sind, konnte die dämonische Note nicht fehlenmanchmal mit bizarren Ergebnissen. Im Stadtteil Castello z. B. kreuzen sich die Teufelsbrücke(Ponte del Diavolo) und die gleichnamige Gasse zur Bannung des Unheils mit der Gasse der Priester (Calle dei preti).

Beim Arsenal (bei der alten Schiffswerft Venedigs) stoßen Hölle und Fegefeuer aneinander: Es geht um zwei kleine Brücken über einen kleinen Kanal, und sie führen zum Eingang eines Gebäudes.

Das sogenannte Arsenal war der gewaltige Schwerpunkt der Schiffswerft Venedigs. Es wurde auch von Dante Alighieri besucht und in seiner berühmten „Göttlichen Komödie“ durch eine mächtige Beschreibung der Hölle und des „brodelnden“ Pechs porträtiert.

 

Die berühmteste Teufelsbrücke ist  zweifellos diejenige, die sich auf TorcelloInsel befindet: Sie stammt aus dem XVI. Jahrhundert und ist ohne Geländer, so wie all die ältesten venezianischen Brücken. Was den Ursprung des Namens anbelangt, gibt es zwei verschiedene Überlieferungen. Eine klassischere weist auf den Eingriff des Teufels in den Bau der Brücke hin; die zweite Legende, die sehr wahrscheinlich aus dem XIX. Jahrhundert stammt, erzählt von einer romantischen Liebesgeschichte. Schließlich wird der Teufel wie immer gespottet.


Oder vielleicht nicht immer…. Der wahrscheinlich sehr
aufwendige Bau einer anderen berühmten Brücke ließ eine wirklich beunruhigende Legendeentstehen.

Die Rialtobrücke über den Canal Grande verbindet  San Marco Bezirk mit dem neuralgischen Gebiet des Marktes und wurde im Laufe der Geschichte mehrmals wiederaufgebaut. Die Erbauung der heutigen Brücke begann imJahr 1588. Auf einem Wald von Pfählen errichtet, ist die Rialtobrücke von einem einzigen Bogen gekennzeichnet, der 28 Meter breit ist und zwei Reihen von Geschäften stützt. Es handelt sich um eine sehr imposante Bauart, deshalb sind wir nicht überrascht, dass der Teufel sich eingemischt hat, indem er die Seele der Ehefrau des Bauleiters an sich gerissen hat… und eigentlich bemächtigte sich der Teufel auch der Seele des Kindes des Bauleiters, weil die Frau schwanger war. Alles in allem geht es um eine nur theoretische Version der viel blutigeren Gründungsriten der Antike, wo man immer eine Opfergabe vorsah.

 

Der Teufel hat auch mit dem Ponte dell’ Angelo (Engelsbrücke) zu tun. Die Legende erzählt, dass der Teufel von einem heiligen Mann verjagt wurde, weil der Böse seine Seele stehlen wollte, und indem der Teufel aus dem Haus des Unglückseligen hinausschoss, hinterließ er eine Spur: Ein Loch in der  Wand. Das Loch kann an der Fassade von CaSoranzo noch immerbewundert werden. Ein wunderschöner Engel aus dem XIV. Jahrhundert exorziert das Loch auf eine zutreffende Weise, und das ist der Engel, nach dem die Brücke benannt wurde. Im Irrgarten Venedigs, gegen all diese verderblichen Einwirkungen, gibt es aber zum Glück eine angemessene Zahl von Calli (Gassen) und Ponti (Brücken), die dem Gottessohn, der Gottesmutter und der Vielheit von Heiligen gewidmet sind. Und selbstverständlichhaben wir auch das Happyend: Die Gasse des Paradieses!!!

 

 

 

Emanuela

Übersetzung: Barbara